Heut zu Tage hatte jeder 3. schonmal eine alltägliche Erkrankung wie Hämorrohoiden. Viele vermeiden dabei jedoch den Besuch zum Arzt, da es Ihnen unangenehm ist. Unter Hämorrhoiden (Hämorriden) bezeichnet man krampfaderartige Erweiterungen der arteriovenösen Gefäßpolster am Übergang vom Mastdarm zum Enddarm. Diese Erweiterungen äußern sich nach einiger Zeit bei dem Betroffenem mit Juckreiz, Brennen und eventuell leichte Schmerzen am After.
Ursache:
Hämorrhoiden können genetisch veranlagt (Bindegewebsschwäche), oder durch eine faser- und ballaststoffarme Ernährung , wenig Flüssigkeitsaufnahme, sowie langes Sitzen entstehen.
Medikamente wie z.B. Opidode oder Morphine können ebenso Verstopfungen und demnach Hämorrhoiden auslösen.
Bei der Einnahme von Abführmittel, wird die normale Darmtätigkeit beeinflusst, was zur Bildung von Hämorriden beiträgt.

Durch eine mangelhafte Analhygiene kann Juckreiz ausgelöst werden, was dazu führt, dass Hämorrhoiden vergrößert und entzündet werden.
Während einer Schwangerschaft kann es dazu kommen, dass durch angeborene oder erworbene Bindegewebsschwäche die Entstehung von knotenförmigen Gefäßerweiterungen die Bildung von Hämorrhoiden begünstigt wird. Meist treten die ersten Hämorrhoiden jedoch erst nach der Geburt, durch das verstärkte Pressen, auf, die sich später meist wieder von alleine zurückziehen.
Symptome:
Bei Vorkommen von Hämorrhoiden treten die ersten Beschwerdeanzeichen meist erst nach einer Vergrößerung oder nach einem Tiefertreten (Prolaps) auf.
Zu den auftretenden Symptomen gehören Blutungen (Hämatochezie – hellroter Blutausschied beim Stuhl), Druckgefühl, Juckreiz und Hautausschlag (Ekzem), sowie weiter folgen von Stuhlkontinent (Stuhlprobeme, Durchfall, Verstopfung, Blähungen etc.)

Bei Hämorriden unterscheidet man 4 verschiedene Stadien:
- 1. Stadium: Knoten sind voll reversibel, keine Beschwerden vorhanden, Hämorriden weder sicht-noch tastbar (Juckreiz und leichte Schmerzen im Afterbereich)
- 2. Stadium: die Knoten fallen beim Pressen in den Analkanal, Hämorriden sind allein nicht rückbildungsfähig (schmerzlose Blutungen, brennen, Juckreiz, entzündete Haut um den After herum)
- 3. Stadium: Knoten treten spontan vor, Einklemmung und Blutungen möglich, die Reposition (Hineinschiebung) ist möglich
- 4. Stadium: sogenanntes Analprolaps (Tiefergelegen), die Reposition (Hineinschiebung) ist nicht möglich
Vorbeugung:
Um die Bildung von Hämorrhoiden möglichst zu vermeiden, ist es wichtig auf eine balaststoffreiche Ernährung, sowie auf die reichliche Flüssigkeitseinnahme (mind. 2 Liter/Tag) zu achten. Dabei sollte möglichst Wasser und keine Kalorienhaltigen Getränke eingenommen werden, da Übergewicht die Entstehung von Hämorriden ebenso begünstigt.
Wichig zu wissen ist, dass scharfe Gewürze, Kaffee und Alkohol den Innendruck von Gefäßen erhöhen kann und somit nicht allzu oft in den Genuss kommen sollten.
Achten Sie auf eine sorgfältige Analhygiene, um den Hämorriden aktiv vorzubeugen. Nach jedem Stuhlgang sollte der After immer mit lauwarmen Wasser gereinigt und getrocknet werden. Trocknen Sie Ihren After nicht mit Toilettenpapier, da dies unnötig den Analbereich reizt, nehmen Sie dafür lieber einen Waschlappen.
Behandlung:
Bei einem Hämorridenverdacht, sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden, um dies zu behandeln. Es gibt hierbei verschieden Behandlungsmethoden, die in Betracht gezogen werden können.
Je nach dem in welchem Stadium sich die Hämorrhoide befindet, wird der Arzt Ihnen eine oder zwei entsprechende Behandlungsvoschläge machen.
Einfach Methode:
- durch bestimmte Nahrungsmittel und milde Stuhlaufweicher, sowie Salben können bei Hämorriden in den Stadien 1/2 zur deutlichen Verbesserung der Symptome nachhelfen
Verödung der Hämorrhoiden:
- in einigen Fällen können spezielle Durchblutungshemmende Mittel in die Hämorriden gespritzt werden, wodurch diese nach kurzer Zeit schrumpfen (Verödung/Sklerosierung). Meist sind 3 Behandlungen zur endgültigen Heilung erforderlich
Gummiband-Ligatur:
- Ist eine ambulante Behandlung, wobei ein enges Gummiband um die Hämorriden angelegt wird, was nach einigen Tagen abfällt und wird mit dem Gummiband unbemerkt ausgeschieden. Hierbei sind ebenso ca. 3 Behandlungen notwendig
Chirurgische Methode:
- Zur Entfernung von Hämorrhoiden können ebenso Operative Maßnahmen mit Lokal-oder Vollnarkose durchgeführt werden (Hämorrhoidektomie – Hämorrhoidenentfernung durch Operation)
Hämorrhoidenektomie nach Milligan & Morgan:
- bei dieser Methode werden die einzelnen Hämorrhoiden abgeklemmt und mit einem Skalpell abgetragen. Die entstandene Wunde heilt nach ca. 1-2 Wochen von alleine
Infrarotbehandlung (Infrarotkoagulation):
- Mit Hilfe von Infrarotlicht werden die einzelnen Hämorrhoiden stark erhitzt, sodass sich das Gewebe verschorft und sich zurückbildet

Bei kleineren oder bei Hämorrhoiden im 1. /2. Stadium können Salben, Zäpfchen, spezielle Tamponaden angewendet werden. Dazu nehmen Sie 3 bis 4 Mal täglich ein Sitzbad mit lauwarmen Wasser für 10-15 Minuten, entweder mit entzündungshemmenden Stoffen wie Arnika, Kamille oder Teembaumöl, oder eine einfache Anwendung mit Seife um die Beschwerden deutlich zu lindern.