14   Jun

Zahnfleischentzündung – Zahnfleischbluten – angeschwollenes und gerötetes Zahnfleisch – Was hilft?

Eine Gingivitis ist die häufigste Erkrankung des Zahnhalteapparates bei den Menschen. In Deutschland leiden ca. 70% der Bevölkerung an häufig vorkommenden Zahnfleischbeschwerden. Eine sogenannte Gingivitis (Zahnfleischentzündung) wird in 99% der auftretenden Fällen durch Bakterien und mangelnder Mundhygiene auf den Zahnoberflächen verursacht.

 

In den meisten Fällen wird eine Zahnfleischentzündung nicht als ernst angenommen und dementsprechend auch vernachlässigt. Jedoch kann auf längere Sicht hin, eine einfache Zahnfleischenentzündung den gesamten Zahnbestand im Kiefer gefährden und später schwere Folgen verursachen.

 

Ursache:

In der Regel ensteht eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) durch Bakterien, die sich bei mangelnder, bzw. ungenügender Mundhygiene auf der Zahnoberfläche ansammeln können und somit entzündliche Prozesse im Zahnfleischsaum auslösen können.

 

Die Bakterien lagern sich auf den rauen Zahnoberflächen und in den Zahnrillen sehr leicht ab. Werden diese Beläge nicht regelmäßig entfernt, können diese sich vermehren und zu Plaque (haftender Zahnbelag) am Zahnfleischrand und auf der Zahnoberfläche sich wandeln. Solch ein Belag kann innerhalb weniger Tage gebildet werden.

Mineralisiert sich dann die Plaque (Zahnbelag), bildet sich dann Zahnstein.

 

 

 

 

 

Ab diesem Zeitpunkt ist es für den Betroffenen nicht mehr möglich die Mundhygiene ordentlich weiterzuführen, da er diese festhaftenden-gelblich-weißen Beläge nicht mehr entfernen kann.

 

Eine Zahnfleischentzündung kann nicht nur durch eine mangelnde Zahnhygiene entstehen, sie kann auch durch andere Faktoren begünstigt werden:

  • wenig Speichelfluss (Bakterien werden nicht abgespült und verweilen mehr auf den Zähnen)
  • vorhandene Karies (Zahnfäule)
  • Rauchen
  • langzeitige Medikamenteneinnahme
  • Leukämie (Blutkrebs)
  • bei Unterernährung
  • bei Übergewicht
  • Vitamin-C Mangel
  • durch Hormonelle Umstellung (Schwangerschaft, Periode)
  • bei vorhandener Diabetes

 

Symptome:

Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) äußert sich zunächst durch gerötetes und leicht geschwollenes Zahnfleisch. Mit der Zeit nimmt die Entzündung ihren Verlauf und weist häufiges Zahnfleischbluten auf. Ab diesem Zeitpunkt haben Sie regelmäßig Zahnschmerzen, bzw. Zahnfleischprobleme, beim Kauen, heiß-kalten Getränken und Zähneputzen.

 

  • Rötung des Zahnfleisches an betroffener Stelle
  • Schwellung des Zahnfleisches
  • Lockerung des Zahnfleisches vom Zahnhals
  • häufiges Zahnfleischbluten (beim Essen, Zähneputzen…)
  • heiß-kalt Empfindlichkeit

 

Wird eine Zahnfleischentzündung ignoriert und nicht behandelt, kann sie sich zu einer chronischen Entzündung im Zahnhalteapparat (Parodontium) entwickeln.

 

 

Behandlung:

Sollten Sie Beschwerden an Ihrem Zahnfleisch festgestellt haben, scheuen Sie nicht davor, zum Zahnarzt zu gehen. Durch eine einfache und schnellstmögliche Behandlung können weiter Probleme (wie Zahnschmerzen, Karies, Zahnextraktion und Schlafstörungen, sowie Kiefergelenksbeschwerden) frühzeitig zurückzuhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) in den Griff zu bekommen, werden zunächst Zahnstein (angesammelte feste Plaque-Beläge), sowie vorhandene weiche Zahnbeläge mit einem Ultraschallgerät sehr vorsichtig unter Wasserkühlung entfernt. Hinterher werden alle Zwischenräume gesäubert und mit Bürstchen gereinigt. Bei einem Zahnarzt wird eine solche Behandlung als Prophylaxe (Zahnreinigung) vorgestellt.

 

Zur weiteren Selbsthilfe ist es wichtig, Ihnen gezeigte Mundhygiene informationen zuhause regelmäßig umzusetzen und anzuwenden.

 

Dazu können z.B. gehören:

  • 1x die Woche Mundspülung für 1 Minute im Mund anwenden (nicht öfter, da sonst Zähne Verfärbungen annehmen)
  • regelmäßige Prophylaxe-Behandlungen (Zahnreinigungen) bei einer speziell dafür ausgebildeten Prophylaxehelferin (1.-2 Mal jährlich)
  • regelmäßige Zahnpflege (mind. 3x täglich), am besten nach jeder Mahlzeit
  • wenig Zuckerhaltige und Kohlenhydrathaltige Speisen/Getränke
  • Zahnbürsten alle 4 Wochen auswechseln
  • Zahnzwischenraumutensilien anwenden (Sticks, Zahnseide etc.)
  • keine Elektrische Zahnbürste, sondern Handzahnbürste anwenden (schonender für das Zahnfleisch

 

 

 




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